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Tod im Kino, Gedränge in der Filmklasse und Applaus für "A Matter of Life and Death"

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Sind fleißige Voodoo-Zombies der Ausweg aus der Wirtschaftskrise? Und bekommt man als Engel Flügel oder Propeller? Diese und andere Fragen waren Teil der Eröffnungsveranstaltung zur Ringvorlesung Tod im Kino, die am Vorabend zu Halloween in der völlig überfüllten Filmklasse der HBK stattfand.

Die kurze Vorrede von Frau Prof. Klippel beschrieb den Tod zum einen als biologische Notwendigkeit, zum anderen aber auch als diskursives Konstrukt, das als solches seit Beginn der Kinematografie im Kino thematisiert wird. Diesen konzeptionellen Rahmen sollten nun die verschiedenen Redner individuell mit Inhalten und Leben bzw. Tod füllen.
Den sehr unterhaltsamen Anfang machte dabei Florian Krautkrämer, der nach einem chronologischen Abriss der
verschiedenen filmischen Darstellungsformen des Dies- und Jenseits und im besonderen des “Dazwischen”, sowie einem kurzen Exkurs zur Zombie-Theorie den Film A Matter of Life and Death von 1946 vorstellte.
Der Protagonist des Films springt zu Beginn als Pilot im zweiten Weltkrieg aus seinem brennenden Kampf-Flugzeug und überlebt durch einen Fehler im System von Leben und Tod, den die Verantwortlichen im Himmel anschließend wieder ausbügeln wollen. Der tot-geweihte verliebt sich jedoch während seiner zusätzlichen Lebenszeit “unsterblich”, was die Rechtslage seiner Meinung nach grundlegend verändert. Die Folge ist eine hitzige Gerichtsverhandlung im Himmel um das Leben der Verliebten, und um die Konzepte von Recht und Gerechtigkeit, Individuum und System.
Herr Krautkrämer setzte dabei pointiert verschiedene Ebenen des Films mit Theorien über den Tod, sowie anderen, auch aktuelleren Kino-Titeln wie The Sixth Sense oder The Others in Beziehung. Wer also erfahren möchte, warum die “Bullet-Time” aus The Matrix eigentlich nur die Weiterentwicklung der “Ping-Pong-Time” ist, muss sich A Matter of Life and Death, dessen Abspann von gebührendem Applaus begleitet wurde, selbst anschauen.

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Wer die gelungene Initialveranstaltung verpasst hat, sollte dann am 6. November beim Vortrag von Bettina Wahrig einsteigen.
Doch wenn man nicht – wie viele diesmal – auf dem Boden sitzen möchte, sollte man frühzeitig erscheinen und zwecks Erfrischung etwas zu Trinken mitbringen. Denn in der Filmklasse gibt es, anders als im Himmel des vorgestellten Films, keine Coke for free…

Andi Weich

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