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Berlinale 2008

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Die Berlinale ist eines der wichtigsten Ereignisse in der Filmbranche. Das Festival findet seit 1951 statt, zunächst im Sommer, seit 1978 im Februar. Mehr als 19.000 Fachbesucher aus 120 Ländern, darunter 4.000 Journalisten, akkreditieren sich jedes Jahr bei den Internationalen Filmfestspielen 1.
Jedes Jahr werden bis zu 400 Filme unterschiedlichster Art aus der ganzen Welt gezeigt.. Auf der Berlinale werden Filme in verschiedenen Sektionen mit jeweils eigenem Profil eingeteilt: großes internationales Kino im Wettbewerb, Independent und Arthouse im Panorama, Kino für ein junges Publikum in der Sektion Generation, spannende Neuentdeckungen aus der deutschen Filmlandschaft in der Perspektive Deutsches Kino, ausländische und experimentelle Formen im Forum sowie Kurzfilme in den Berlinale Shorts. Das Programm wird ergänzt durch eine Retrospektive sowie eine Hommage, die sich auf das Lebenswerk einer großen Filmpersönlichkeit konzentriert.

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In diesem Jahr hatten wir – 2 Medienwissenschaftler – das Vergnügen, das Filmfestival zu besuchen. Wir haben uns 6 Tage lang die Filme „rund um die Uhr“ angeschaut und viele neue Eindrücke sowie Erfahrungen gesammelt, die wir mit allen Lesern teilen möchten. Am besten kann man es in diesem Fall tun, indem man einfach ein Tag aus der Festival beschreibt…

  • Ein Tag aus dem Festival:

5.30 – Wecker klingelt in einem kleinen, stickigen Zimmer in einem Hostel in Ostberlin! „Aufstehen!“ sagt unser „filmwissenschaftliches“ Gewissen: „Ihr seid doch hierher gekommen, Filme anzuschauen, und nicht, um auszuschlafen!“. Nach 4 Stunden Schlaf, mit Proviant im Rucksack fahren wir schon seit 20 Minuten in der U-Bahn. Noch 10 Minuten zum Ziel!

7.00 – Das Ziel erreicht! Wir stehen in der Schlange zum Berlinale Service in der Eichhornstrasse. Wir müssen nun bis 9 Uhr warten, um die Tickets für die gewünschten Filme abzuholen. Wir haben gute Chance, alle gewünschten Karten zu kriegen! Vor uns stehen nur ungefähr 20 Leute…

8.58 – Noch 2 Minuten bis zur Öffnung. Wir sind gespannt… Vor uns wie vorher 20 Leute, hinter uns 200 Leute!

9.00 – Aufgemacht…Wir haben alle Tickets bis auf eines gekriegt. Leider können wir nicht zum Prämiere von Katyn (Andrzej Wajda) in das Berlinale Palast gehen. Die Studenten dürfen keine Tickets für Prämieren für das Berlinale Palast kriegen. Wir sind ein bisschen deprimiert, aber trotzdem glücklich – wir haben alle anderen Tickets. Es hat sich gelohnt, früh aufzustehen!

9.20- 10-minutige Kaffepause

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9.30 – Film Nr. 1 fängt an – der japanische Kandidat für den goldenen Bären „Kabei“ (Sektion Wettbewerb) im Kino Urania. Der Film über die Tragödie des II. Weltkriegs, der Film über ein totalitäres System. Die Geschichte wird ganz anders als in Hollywood erzählt – gefühlsvoll, leise, ruhig, fließend… Keine Szene ist zu viel oder zu wenig. Obwohl der Film 2 Stunden dauert, war er für uns sehr weder uninteressant noch unsympathisch. Bravo für den Regisseur!

12.30 – Film Nr. 2 – „Son oft the Lion“ (Sektion Forum international) – ist der erste Film von Benjamin Gilmour. Eine australisch-pakistanische Kooproduktion. Ein Film der sehr mit dokumentarischen Still arbeitet. Der Film erzählt mit emotionaler Tiefe und politischem Engagement die Geschichte eines sensiblen Jungen, der gegen den Willen seines Vaters lieber zur Schule gehen würde als Waffen herzustellen. Bemerkenswert am Film ist, dass die Schauspieler ausschließlich Laiendarsteller sind. Trotzdem verliert der Film keineswegs seine Authentizität. Ein Titel zum Empfehlen!

14.00 – Film Nr. 3 – „Corridor #8“ (Sektion Forum international) von Boris Despodovs – ein Dokumentarfilm über ein Straßenbauprojekt, das nie realisiert wurde… Im Film geht es aber nicht nur darum, es geht mehr um ein Porträt einer etwas anderen Vision vom geeinten Europa. Ein sehr unterhaltsamer und „wahrer“ Film!

16.30 – kurze Tee Pause

16.45 – Film Nr. 4 – „3 Dias“ (Sektion Panorama) Ein riesiger Meteorit fliegt auf die Erde zu, um keine Panik zu verursachen wurde diese Nachricht zurückgehalten, bis alle Versuche, das Unheil abzuwenden fehlgeschlagen sind. Jetzt bleiben noch 3 Tage. Was würde man selbst in diesen 3 Tagen tun? – ein guter, spannender Film haben wir zuerst gedacht. Allerdings nach dem Filmkonsum waren wir empört. Ein amerikanischer Kitsch hergestellt in Spanien… ein ärgerliches Machwerk! Die Spannungserzeugung über primitive Schockeffekte, keine Logik der Handlung und Nachvollziehbarkeit, kennzeichnen den Film. Ein Misserfolg des Regisseurs Javier Guiterrez !´

18.30 – Berlinale Shorts – 8 kurze Filme verschiedener Genre. Sehr interessant und eine gute Abwechslung nach den langen Spielfilmen!

20.30 – Film Nr. 6 – „Obcan Havel“ Pavel Koutecky, Miroslav Janek (Sektion Forum). Ein Dokumentarfilm über den gestorbenen tschechischen Präsidenten. Ein Werk, das Jahrzehnte lang entstand. Für alle, die sich für den Transformationsprozess im Mitteleuropa interessieren, ist der Film sicher eine gewinnbringende Pflichtveranstaltung. Zu empfehlen!

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Uff, wir haben heute 6 Filme geschafft! Für „Anfänger“ ist das ein sehr gutes Ergebnis!
Während der sechs Tage unseres Aufenthalts haben wir insgesamt 25 Filme gesehen. Einige waren richtig gut, allerdings fragten wir uns auch bei vielen anderen, wie konnten sie zum Festival zugelassen werden. Die Qualität der Filme war also allgemein durchschnittlich. Es ist auch schade, dass man trotz Akkreditierungsbesitz so viel Schlange stehen muss, um die gewünschten Filmen zu sehen. Wir haben auch in diesem Jahr keine Prominenten gesehen… Trotzdem waren die Tage in Berlin ein unvergessliches Erlebnis, das wir jedem empfehlen können!

Anna Warchalowska
Przemyslaw Suwart

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