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Berlinale 2009

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Die 59. Berlinale oder warum „vor – schlafen total wichtig ist.

 

Die Berlinale hat für uns zwar schon am Donnerstag den 12.2. begonnen, aber es hat sich angefühlt wie Freitag, der 13!

Angefangen hat alles in Braunschweig. Unsere Reise begann damit, dass unser Zug 90 Minuten Verspätung hatte und wir erst gegen Mittag in Berlin angekommen sind. Der nächste Schreck folgte auf dem Fuße. Unser Hostel war „unter aller Sau,“ das Zimmer war total verdreckt und nicht bewohnbar. Wir mussten also nicht nur umdisponieren, sondern auch noch umziehen.

Aber nun wieder zurück zur Berlinale. Hier ereilte uns sofort der dritte Schock. Am Ticket Counter wurden wir mit den Worten abgespeist: „Für Donnerstag und Freitag gibt es überhaupt keine Karten mehr.“ Wir waren sehr enttäuscht und haben mit dem Gedanken gespielt wieder nach Braunschweig zurück zu fahren. Aber nach einer langen Kaffee Pause fragten wir noch einmal am Counter nach und konnten glücklicherweise zurückgegebene Tickets, sowohl für Donnerstag, als auch für Freitag bekommen. Und das für ALLE! Filme, die auf unserem Programm standen. Die Berlinale hatte uns wieder mit im Boot.

Am selben Abend konnten wir noch zwei Filme aus dem Wettbewerb anschauen: „Happy Tears,“ eine Indepentendproduktion mit Demi Moore und den rumänische Film „Katalin Varga,“ der durch seine musikalische Untermalung eine wundervolle Atmosphäre schaffen konnte und dafür auch den silbernen Bären für eine herausragende künstlerische Leistung gewonnen hat. Danach zog es uns noch einmal zum Potsdamer Platz, wo wir die Premiere von „The Dust of Time“ verfolgt haben und Stars wie Bruno Ganz, Tilda Swington und William Dafoe auf dem roten Teppich erspäht haben. Im Anschluss daran ging es dann in die nächstgelegene Cocktail Bar um ausführlich über den Tag und das Gesehene zu diskutieren.

Nachdem wir uns am Freitagmorgen schon gegen 8:00 Uhr am Ticket Counter angestellt haben, konnten wir ohne Probleme alle gewollten Tickets für Samstag bekommen! Am Vormittag haben wir uns aus dem internationalen Forum des jungen Films, eine Dokumentation mit dem Titel: „Die Koreanische Hochzeitstruhe“, der deutschen Regisseurin Ulrike Ottinger angesehen, sowie eine sehr beeindruckende Doppelprojektion mit dem Titel „When it was blue.“ Das „internationale Forum des jungen Films“ ermöglicht den Besuchern Filme jeder Sparte anzusehen, ganz egal ob es sich dabei um eine Dokumentation oder einen experimentellen Film handelt. Hier hat man die Chance wirkliche Film-Schmuckstücke zu
erwischen, die man eher selten auf einer großen Leinwand findet.

Am Abend folgten die Filme „La Teta Asustada“ und „My One and Only“ aus dem Wettbewerb. Peru hatte zum ersten Mal an der Berlinale teilgenommen und auf Anhieb den Goldenen Bären gewonnen. Der Film „La Teta Asustada“ erzählt sehr eindringlich die Geschichte einer traumatisierten Frau, die an den zurückliegenden Folgen des Terrorsystems in Peru leidet.

Der Samstag wurde unser Marathon Tag, da fünf Filme auf dem Programm standen. Wie auch schon am Freitag, haben wir uns auch Samstag früh, bewaffnet mit einem Café, wieder am Ticket Counter angestellt und sämtliche Karten für den Sonntag bekommen. Im Anschluss daran sahen wir die Filme „Naked of Defenses“ und den schwedischen Film „Man Tänker Sitt“ aus dem Forum. Daraufhin folgte im Friedrichstadtpalast unser persönliches
Berlinale Highlight: „Deutschland 09 – 13 kurze Filme zur Lage der Nation.“ Dieser Film beeindruckte durch seine absolute Ehrlichkeit. Der Friedrichstadtpalast war darüber hinaus eine absolut beeindruckende Spielstätte. Die Leinwand war riesig und der Saal war mit 1800 Leuten bis auf den letzten Platz gefüllt. Eine Wahnsinns Atmosphäre für einen Kinofilm. Im Anschluss daran folgten die Filme „Hilde“ und als Abschluss für den Tag der Gewinnerfilm aus dem Jahr 2001 „Berlin is in Germany.“ Und wie eh und je einen Cocktail und lange Gespräche zum Ausklang.

Unser letzter Tag auf der Berlinale verlief wieder etwas ruhiger. Am Vormittag haben wir den Wettbewerbs Film „Mammoth“ angesehen, bevor es nachmittags wieder zurück nach Braunschweig ging. Der Wettbewerb zeichnet sich aus, durch sehr viele große Produktionen mit bekannten Namen und Stars. Das ganze Festival ist durchzogen von einem Hauch Glamour. Die Wettbewerbsfilme werden zum ersten Mal der Weltöffentlichkeit präsentiert, bevor sie Wochen später in deutschlandweit in fast allen Kinos laufen. Als Besucher dieser Filme freut man sich, einer der Ersten zu sein, die den Film anschauen dürfen und es ist im Nachhinein ein tolles Gefühl zu sagen, den Film habe ich damals schon auf der Berlinale gesehen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass man als Filmfan auf gar keinen Fall die Berlinale verpassen sollte. Das Festival bietet für jeden Geschmack etwas und man hat nie, wirklich nie genug Zeit und immer das Gefühl etwas zu verpassen.

Beenden möchten wir unsere Berlinale mit den Worten von Jury Mitglied Isabel Coixet: „es liegt Zelluloid in der Luft.“

Annika Heider
 

Berlinale 2009 – Eine tolle Erfahrung

 
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von Benjamin Wollbrink

Dies ist ein Bericht zur Berlinale Exkursion 2009, die vom Institut für Medienforschung der HBK Braunschweig angeboten wurde, an der auch Oleg und ich teilnahmen. Jeder der Teilnehmer hatte seine Exkursion selbst geplant und die meisten hatten sich in kleinen Gruppen, zwecks Fahren und/oder Wohnen zusammen getan. Oleg und ich bildeten auch so ein Team.

Für uns ging es am Freitag den 6. Februar um 07:00 Uhr morgens mit dem Bus los nach Berlin. Dieser erschien uns, als immer arme Studenten, als günstigstes Transportmittel. Wir hatten lange überlegt, ob wir schon am Donnerstag zur Eröffnung fahren sollten, hatten dies dann aber nicht getan, da es nur wenige Filme zu sehen gab. Wir kamen etwa um 10:00 Uhr in Berlin an und kauften uns gleich ein Wochenticket für den öffentlichen Nahverkehr. Das war sehr nützlich, weil man während der Berlinale viel fahren muss. Als nächstes fuhren wir dann zum Potsdamer Platz, um unsere Akkreditierungen und die Tickets für diesen und den nächsten Tag abzuholen.

Zu unserer Akkreditierung bekamen wir noch ein Schlüsselband und eine schicke Berlinale-Umhängetasche, in der ein Programmheft und ein Liniennetzplan für die öffentlichen Verkehrsmittel waren. Der Plan mit den U- und Straßenbahnlinien erwies sich während der 4 Tage als äußerst nützlich für uns, da wir uns in Berlin nicht auskannten. Als Oleg und ich unsere Tickets abholen wollten, bekamen wir gleich einen kleinen Motivationsdämpfer. Es gab für Freitag keine Tickets mehr! Für Samstag bekamen wir dann aber wenigstens zum Teil noch die Filme, die wir sehen wollten und konnten zudem auch noch ein paar freie Vorstellungen finden, sodass wir am Samstag insgesamt 5 Filme anschauen konnten.

Ein kleiner Tipp zu den Tickets
Falls sich die Organisation der Berlinale bezüglich der Tickets nicht grundlegend verändert, möchte ich den zukünftigen Exkursionsteilnehmern ein paar Ratschläge mit auf den Weg geben:

Man sollte sich vor der Berlinale definitiv ein persönliches Programm zusammenstellen. Dies kann man per Hand oder Online auf der Berlinale-Internetseite machen. Wenn man den Tag ideal plant, kann man bis zu 6 Filme unterbringen. Das kann mitunter ziemlich stressig werden, da die Kinos, in denen die Filme gezeigt werden, oft weit auseinander liegen und man dann relativ zügig quer durch Berlin tingeln muss. Die Zeit für Verpflegung und Toilettengänge wird dann oft sehr knapp. Außerdem sollte man sich für jeden Tag auch Alternativen zu seinen Wunschfilmen im gleichen „Time-Slot“ überlegen, da die Vorstellungen, wenn man zu spät an den Ticketschaltern ist oder einfach nur Pech hat, trotz Akkreditierung ausgebucht sein können.

Die Ticketausgabe fängt jeden Morgen um 08:00 Uhr an der zentralen Ticketvergabestelle am Potsdamer Platz statt, da, wo es auch die Akkreditierungen gibt. Das heißt, man sollte jeden Morgen schon etwa zwischen 07:00 und 07:30 Uhr vor dem Gebäude sein, damit man möglichst weit vorn in der Schlange steht. Während des Wartens werden in der Regel schon die Tagespläne mit dem Programm für den nächsten Tag ausgegeben. Man kann immer für den gleichen und den folgenden Tag die Tickets abholen. Die Vergabe der Tickets geht dann relativ schnell. Man gibt seinen Tagesplan, auf dem man die Wunschfilme angekreuzt hat und seine Akkreditierung an die netten Ticketvergeber. Diese scannen dann die Barcodes der Akkreditierung und der Filme ein und sagen, ob die Tickets zu haben sind oder ob man umdisponieren muss. Wenn man ein bisschen Glück hat, kann man sich zum Teil auch Filme angucken, für die man keine Tickets mehr bekommen hat. Entweder man wartet vor dem jeweiligen Kino, ob noch Plätze frei sind, auf die man dann mit einer Akkreditierung nachrücken kann oder man fragt zwischendurch bei der Ticketvergabestelle nach, ob Tickets zurückgegeben wurden.

  • Freitag

Am Freitagnachmittag haben wir mit unserer Gastgeberin, bei der wir während der Exkursion wohnen konnten, gemütlich Tee getrunken. Abends sahen wir uns dann den japanischen Film „Ai no mukidashi“ (engl.: „Love Exposure“) an. Auf diesen Film hatten wir uns mit Florian Krautkrämer als „Pflichtfilm“ geeinigt, den jeder Exkursionsteilnehmer der ersten Hälfte der Berlinale angucken sollte. Für den Film brauchte man glücklicherweise keine Tickets, wenn man eine Akkreditierung besaß. Dieser 4-Stunden Film war ein guter Einstieg in die Berlinale. Obwohl er etwas abgedreht war, hat er viel Spaß gemacht. Außerdem standen nach dem Film der Regisseur und eine der Hauptakteurinnen Rede und Antwort.

Nach dem Film wollten wir noch etwas Essen. Ich hatte gedacht, dass es Freitag nachts in Berlin noch hunderte von offenen Dönerbuden gibt, wurde aber eines Besseren belehrt. Wir fanden dann zwar noch einen Dönerstand. Dies dauerte aber ewig und war irgendwie nicht das, was ich mir unter einem Berlindöner vorgestellt hatte. Außerdem verpassten wir den letzten Bus zu unserer Unterkunft, sodass wir einen langen Fußmarsch zu unseren Betten hatten.

  • Samstag

Nach nur 3 Stunden Schlaf starteten wir dann in den Samstag. Diesmal wollten wir auf keinen Fall wieder zu spät bei der Ticketvergabe sein. Deshalb standen wir schon um 05:30 Uhr auf, was wir dann auch an den folgenden Tagen beibehielten. Trotz des „fleißigen“ Aufstehens konnte ich für Sonntag nur 4 Tickets ergattern, weil meine Wunschfilme zu ungünstigen Zeiten liefen. Samstag habe ich die Filme „Lille Soldat“, „The Yes Man Fix The World“, „Marin Blue“, „Welcome“ und „The Reader“ angeschaut.

„Lille Soldat“ und „Welcome“ waren Filme, die ich mir eigentlich nicht ausgesucht hatte, die mich aber trotzdem sehr begeisterten. Besonders die Geschichte eines irakischen Flüchtlingsjungen in „Welcome“ hat mich sehr bewegt. Nach der Präsentation von „Welcome“ waren sowohl Regisseur als auch ein Großteil der Schauspieler des Films auf der Bühne.

Bei dem Film „Marin Blue“ schlief ich aufgrund der kurzen Nacht leider ein und verpasste somit das Ende.

Trotz oder vielleicht gerade wegen der vielen guten Presse konnte mich „The Reader“ nicht wirklich begeistern. Ich fand den Film eher fade und enttäuschend und ärgerte mich, nichts anderes ausgewählt zu haben.

Besonders hervorzuheben ist die Vorstellung von „The Yes Man Fix The World“. Der Film war zwar interessant anzuschauen, aber die Besonderheit war, dass die beiden Macher des Films vor dem Kinosaal die Ausgabe einer gefälschten New York Times verteilten, die unter anderem auch Teil des Films war. Die Zeitung und eine Bewertungskarte wurden von Familienangehörigen der beiden Filmemacher mit so viel Charme verteilt, dass dies sehr motivationsfördernd für das Ausfüllen der Bewertungskarte war. Diese nette kleine „Bestechung“ war sicher auch einer der Gründe, warum die beiden Filmemacher den Panorama Publikumspreis gewonnen haben.

  • Sonntag

Auch die Nacht auf Sonntag bescherte uns nur eine kurze Nachtruhe. Wieder hatte ich den letzten Bus verpasst. Mit knapp 3 Stunden Schlaf war ich sehr müde. Traditionell aßen wir nun immer eine Berliner Curry-Wurst zum Frühstück.

Für diesen Tag standen 4 Filme auf meinem Programm: „Baraka“, „Nord“, „John Rabe“ und „In The Electric Mist“. Ich wollte mir eigentlich zwischendurch noch Kurzfilme anschauen, ließ dies aber für ein ausgiebiges Essen und ein wenig Ruhe ausfallen. Trotz der Müdigkeit konnte ich diesmal meine Augen während der ganzen Filme offen halten.

Der erste Film des Tages war „Baraka“, einer der 70mm Filme, der mit anderen Klassikern der Filmgeschichte unter dem Label „Retrospektive – 70 mm – Bigger than Life“ auf der Berlinale lief. Ich hatte bis dahin noch nie eine 70mm Projektion gesehen und war schwer beeindruckt. Der Film war wirklich für dieses Format konzipiert und bot eine Bildschärfe, als könnte man durch die Leinwand in den Film gehen. Einziges Manko war die qualitativ nicht mehr ganz hochwertige Leinwand des „International“, dem Kino, in dem der Film gezeigt wurde. Filme, bei denen die Projektionsqualität beeindrucken soll, müssten eigentlich auf eine bessere Leinwand projiziert werden. Vielleicht wird daran bis zur nächsten Berlinale ja noch gearbeitet. Nach dem Film war Mark Magidson der Produzent des Films vor Ort und stellte sich den Fragen des Publikums.

Nach „Baraka“ mit seinen beeindruckenden Bildern lief „Nord“, eine norwegische Roadmovie-Komödie. „Nord“ hat mich mit seinem Witz sehr begeistert.
Nach einer langen Mittagspause stand nun „John Rabe“ auf dem Programm. Dieser Film war einer der Tiefpunkte meines persönlichen Berlinale Programms. Ich kann mir bis jetzt nicht erklären, warum der Film in der Presse und beim deutschen Filmpreis so gut beurteilt wurde. Der Film war nur schwer erträglich, da er mit dem Anspruch auf einen realen Hintergrund zu konstruiert war und zu viel Pathos hatte. Geschmäcker sind wohl einfach verschieden.

Zu guter Letzt habe ich mir den Film „In The Electric Mist“ angeschaut. Obwohl eine aufwändigere Hollywood Produktion, wird der Film in Deutschland wahrscheinlich nur als DVD erscheinen. Auch wenn der Film kein unbedingtes Highlight darstellt, war er, um den Tag ausklingen zu lassen, durchaus unterhaltsam.

Sonntag war der einzige Tag, an dem ich den Bus nicht verpasste. Durch lange Gespräche mit Oleg über das Für und Wider von „John Rabe“ wurde diese, eigentlich als lange Schlafnacht geplante Nacht, auch nur ausgesprochen kurz.

  • Montag

Inzwischen hatten wir uns an die kurzen Nächte und den damit verbundenen Dämmerzustand durch Schlafentzug gewöhnt. Obwohl wir eigentlich hätten später aufstehen können, weil wir ja für den nächsten Tag keine Tickets mehr brauchten, schliefen wir durch unsere lange Diskussion wieder nur etwa 2 Stunden.
An diesem Tag hatte ich ein Marathonprogramm mit 6 Filmen vor mir. Meine Begeisterung für die ausgesuchten Filme steigerte sich von morgens bis abends. Der Tag begann schwach und endete großartig. Ich sah in folgernder Reihenfolge diese Filme: „Absolute Evil“, „Das Vaterspiel“, „Dr. Alemán“, „Gigante“, „Rage“ und zum krönenden Abschluss der Berlinale „Meotjin haru“.

Bei dem Film „Absolute Evil“, bei dem Ulli Lommel Regisseur und Drehbuchautor ist, habe ich mich permanent gefragt, wie er es geschafft hat, an der Berlinale teilzunehmen. Vielleicht waren es alte Fassbinder-Beziehungen, auf die er sich auch ausdrücklich in einem Intro vor dem Film berief. Man weiß es nicht. Der Film konnte mich sowohl von der Geschichte als auch vom Handwerklichen her nicht überzeugen. Lommel hat in meinen Augen versucht, sich über dieses Intro, in dem Fassbinder mit dem Film „Liebe ist kälter als der Tod“ auf der Berlinale thematisiert wurde, vor Kritik zu schützen, indem er unliebsame Meinungen mit spießbürgerlicher Kritik am Fassbinder Film analog setzen wollte.

„Das Vaterspiel“ fand ich thematisch interessant, hat mich dann aber auch nicht vom Hocker gerissen. Gut haben mir „Dr. Alemán“ und „Gigante“ gefallen. Nach „Dr. Alemán“ gab es eigentlich noch eine Diskussionsrunde mit Regisseur und Hauptdarsteller, zu der ich aber nicht mehr gehen konnte, da ich „Gigante“ sehen wollte. In nur 20 Minuten musste ich vom Cinemaxx am Potsdamer Platz zum Urania! Ich habe es dann sogar mit nur circa 5 Minuten Verspätung geschafft. Dafür habe ich aber in der ersten Reihe sitzen müssen. Bei „Rage“ bin ich während des ersten Drittels des Films eingeschlafen. Der Film war komplett ohne Kulisse. Die Schauspieler agierten jeweils einzeln vor einem farbigen Hintergrund und erzählten dabei die Geschichte. Ein möglicherweise interessantes Konzept, das ich durch mein Wegschlummern verpasst habe. Mein letzter Berlinale-Film war „Meotjin haru“ (engl.: „My Dear Enemy“). Er erzählt die Geschichte eines ehemaligen Liebespaares auf einer Irrfahrt durch Seoul.

  • Nachtrag

Obwohl unsere Exkursion nach Berlin eigentlich zu Ende war, bedauerten Oleg und ich die ganze Zeit, dass wir einen Film nicht sehen konnten, nämlich „2001: A Space Odyssey“. Der Film sollte im Rahmen der Berlinale Retrospektive als 70mm Projektion gezeigt werden. Ich habe diesen Film zwar schon mehrere Male auf 35mm gesehen, wollte ihn aber unbedingt noch einmal auf 70mm sehen.

Nach langem Überlegen fuhren Oleg und ich dann 2 Tage später noch einmal von Braunschweig nach Berlin, um uns diesen Traum zu erfüllen, dieses Mal nicht mit dem Bus, sondern mit einer Mitfahrzentrale. Weil der Film morgens lief, mussten wir schon einen Abend davor anreisen. Aus Kostengründen hatten wir uns keinen Schlafplatz organisiert.

Abends wollten wir eigentlich noch „Lawrence of Arabia“ in einer 70mm Projektion sehen. Die Vorstellung war allerdings restlos überfüllt, da der Komponist Maurice Jarre, der die Musik für den Film komponiert hat, an diesem Abend mit einem Goldenen Bären für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Wir sahen uns stattdessen ein weiteres Mal „Baraka“ an. Die Nacht verbrachten wir in öffentlichen Verkehrsmitteln mit Fahrten durch Berlin.
Am nächsten Tag bekamen wir dann mit mehr Glück als Verstand noch Karten für „2001“. Die Filmrolle war wohl schon ein wenig mitgenommen. Dies zeigte sich an vielen schwarzen Streifen im Bild. Dennoch waren wir mehr als glücklich, dieses Werk als 70mm Projektion gesehen zu haben.

  • Fazit

Die Berlinale war wirklich ein tolles Ereignis. Insgesamt kamen wir während unserer 4 Tage auf 16 Filme, 8 Stunden Schlaf, 4 Curry-Würste und sehr viel Spaß. Bis auf wenige Ausnahmen hatte ich ein wirklich sehenswertes Programm. Interessant war es auch, wenn nach der Vorstellung die Regisseure und/oder andere Mitwirkende an einer Diskussion über ihren Film teilnahmen. Von dem ganzen Spektakel am roten Teppich haben wir während der ganzen Tage nichts mitbekommen. Wenn wir zwischendurch am Potsdamer Platz vorbei kamen, sahen wir zwar den roten Teppich, jedoch war zu jenen Zeiten nie jemand Prominentes dort. Die Akkreditierungen haben uns die Möglichkeit eröffnet, eine Menge Filme anzuschauen, die wir ohne nicht hätten sehen können.
Abschließend möchte ich sagen, dass trotz Stress und Schlafmangels diese Exkursion eine der besten während meines Studiums war. Ich kann jedem Filmfreund nur empfehlen, sich das nächste Mal um eine Akkreditierung zu bemühen.

Love Eposure: http://www.imdb.com/title/tt1128075/

Lille Soldat: http://www.imdb.com/title/tt1158889/

The Yes Men Fix The World: http://www.imdb.com/title/tt1352852/

Marin Blue: http://www.imdb.com/title/tt1326242/

Welcome: http://www.imdb.com/title/tt1314280/

The Reader: http://www.imdb.com/title/tt0976051/

Baraka: http://www.imdb.com/title/tt0103767/

Nord: http://www.imdb.com/title/tt1252610/

John Rabe: http://www.imdb.com/title/tt1124377/

In The Electric Mist: http://www.imdb.com/title/tt0910905/

Absolute Evil: http://www.imdb.com/title/tt1343076/

Das Vaterspiel: http://www.imdb.com/title/tt1031290/

Dr. Alemán: http://www.imdb.com/title/tt1249429/

Gigante: http://www.imdb.com/title/tt1360866/

Rage: http://www.imdb.com/title/tt1234550/

Meotjin haru: http://www.imdb.com/title/tt1330205/

2001: A Space Odyssey: http://www.imdb.com/title/tt0062622/

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